6 Fehler beim Handeln mit ETFs
- Depot-Detektiv
- Nov 3, 2021
- 4 min read
Updated: Jan 26, 2023
ETFs sind Finanzprodukte, die sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit erfreuen. Doch wie bei anderen Anlageklassen, sollten auch hier einige Dinge beachtet werden, um am Ende eine gute Rendite zu erzielen. Die folgenden Fehler sollten Anleger beim Investieren in ETFs besser vermeiden.

1. Fehlendes Wissen
Der ETF-Markt wächst kontinuierlich. Ständig kommen neue ETFs hinzu, die neue Themenbereiche abdecken. Hier den Überblick zu behalten ist nicht leicht - eine Entscheidung zu treffen, in welchen ETF man nun am besten investiert, ebenfalls nicht. Anleger sollten dennoch nicht blind in einen ETF investieren. Da ein ETF eine langfristige Investition darstellen sollte, sollte auch das Thema langfristige Interessen bedienen und nicht nur einen kurzfristigen Hype abdecken. Vor allem sollte man aber über ein gewisses Hintergrundwissen verfügen, wenn man sich für den ETF einer bestimmten Branche oder Region entscheidet, da man damit eine Sektor- bzw. Länderwette eingeht. Wer sich unsicher im Hinblick auf ETFs bestimmter Branchen oder Regionen fühlt, der ist beispielsweise mit einem ETF auf den MSCI World, der die Kursentwicklung von ca. 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern abbildet, und einem ETF auf den MSCI Emerging Markets, der mit 1.400 Aktien die wichtigsten Schwellenländer widerspiegelt, bereits gut aufgestellt.
2. ETFs zum aktiven Traden nutzen
ETFs sind meist passiv verwaltete Indexfonds. Sie werden also nicht aktiv gemanaged wie z. B. Fonds, bei denen Fondsmanager Kapital entsprechend einer vorgegebenen Anlagestrategie anlegen. ETFs bilden hingegen die Wertentwicklung von Indizes wie den DAX passiv nach und dienen Anlegern dazu, breit in ganze Märkte zu investieren. Dadurch kann ein breit diversifiziertes Portfolio, welches weltweit in Aktien investiert, aufgebaut und das Risiko entsprechend gestreut werden. Wer sich zudem für einen thesaurierenden ETF entscheidet, profitiert auch vom Zinseszinseffekt, da Erträge reinvestiert werden und das Vermögen über einen längeren Zeitraum überproportional wächst. In die meisten ETFs kann monatlich per Sparplan investiert werden, wodurch das Handeln mit ETFs für Anleger sehr unkompliziert und wenig aufwendig ist. Oftmals verleiten ETFs Anleger jedoch dazu, aktiv mit Ihnen zu handeln. Damit gehen Investoren aber eine kurzfristige Sektor- oder Länderwette ein, die das Risiko erhöht und viel aufwendiger für Anleger ist, da das richtige Timing für Ein- und Ausstieg entscheidend ist. Außerdem sind auf diese Weise nur kurzfristige Gewinne, aber kein kontinuierlicher Vermögensaufbau möglich. Wer also von den Vorteilen von ETFs profitieren möchte, sollte eine langfristig orientierte Anlagestrategie verfolgen und ETFs nicht zum aktiven Traden nutzen.
3. ETF-Hopping
ETFs laufen nicht immer gleich gut und können zwischenzeitlich auch Phasen mit Verlusten durchlaufen. Auch kann es sein, dass sich ein ETF gut entwickelt, während der Kurs eines anderen nach unten zeigt. Den größten Fehler den Anlieger nun machen können, ist es ständig von einem ETF zu einem anderen zu wechseln, also Geld umzuschichten oder den Sparplan ständig auf einen anderen ETF zu ändern, weil sich dieser scheinbar besser entwickelt. Auch neue ETFs, die Trendthemen aufgreifen, verleiten Anleger häufig zum ETF-Hopping. Wie schon im ersten Punkt erklärt, lohnt sich ein ETF vor allem langfristig. Bei ständigen Wechseln geht dieser positive Effekt verloren, vor allem da bei einem Wechsel in der Regel auch Kosten fallen, die die Rendite wiederum mindern. Außerdem wird in ETFs in der Regel über regelmäßige Sparraten investiert. Eine schwächere Phase ist daher sogar ein Vorteil, da zu günstigeren Kursen gekauft wird. Über einen längeren Zeitraum werden Anteile damit zu einem Durchschnittspreis gekauft, wodurch Verluste ausgeglichen und das Risiko verringert werden kann (Cost-Average-Effekt). Wer jedoch immer steigenden Kursen hinterherläuft und zwischen ETFs hin- und herspringt, kauft entsprechend auch teurer ein und kann sich die Vorteile, des Cost-Average-Effekts nicht zunutze machen. Sollte man sich langfristig jedoch für einen anderen ETF entscheiden wollen, weil dieser vielleicht günstiger ist oder sich voraussichtlich besser entwickeln wird, kann ein Wechsel durchaus Sinn machen. Regelmäßige Änderungen der Anlagestrategie sind jedoch so gut wie nie zielführend.
4. Zu viele Überschneidungen im Portfolio
ETFs investieren in die Aktienunternehmen bestimmter Indizes, die sie passiv nachbilden. Dabei kann es durchaus sein, dass bestimmte Aktienunternehmen je nach Spezifikation in verschiedenen ETFs auftauchen. So sind Microsoft, Amazon und Apple beispielsweise sowohl im MSCI World als auch im S&P 500 enthalten. In einem Portfolio aus diesen beiden ETFs wären also diese drei Unternehmen übergewichtet, was wiederum die Diversifikation verringert und das Risiko erhöht.
5. Kosten überbewerten
ETFs stellen bereits ein kostengünstiges Finanzprodukt dar, da Ausgabeaufschläge entfallen und sich der Total Expense Ratio (Gesamtkostenquote) bei den größeren ETFs auf in der Regel nicht mehr als 0,6 % beläuft. Natürlich macht es dennoch Sinn, sich mit den Kosten auseinanderzusetzen, da diese sich auf die Rendite auswirken. Allerdings sollte dies nicht das einzig entscheidende Kriterium sein. Die Entscheidung ob thesaurierender oder ausschüttender ETF bzw. einen mit physischer oder synthetischer Replikation wie letztendlich auch der Markt, den der ETF abbilden soll, sollte nicht einzig aufgrund der Kosten getroffen werden.
6. Falschen Broker wählen
Es gibt mittlerweile viele verschiedene Broker und den Richtigen zu finden ist nicht leicht. Hier kommt es vor allem auf die eigene Anlagestrategie an. Wer sich für eine passive Anlagestrategie mittels ETFs entscheidet, der benötigt einen Broker, der die gewünschten ETFs im Produktangebot hat und günstige Konditionen für ETF-Sparpläne bietet. In unserem Brokervergleich haben wir verschiedene Broker miteinander verglichen. Im Bereich ETFs und Sparpläne können wir vor allem den Neobroker Scalable Capital empfehlen, dessen Handelsangebot ETFs aller verfügbaren Anbieter, kostenlose Sparpläne und geringe Mindestsparraten ab 1,00 € umfasst.













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