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Ausverkauf bei Bitcoin & Co. - Wie geht es nach dem Absturz weiter?

Krypto-Investoren brauchen in letzter Zeit starke Nerven. Nach dem Allzeithoch vom November 2021 geht es stetig weiter bergab für viele Kryptowährungen. Die Hoffnung auf eine Erholung wurde durch einen erneuten heftigen Kurssturz im Mai gedämpft. Anleger sind zunehmend verunsichert. Dies spiegelt auch der Fear and Greed Index wider, der seit über einem Monat zwischen "Fear" und "Extreme Fear" pendelt. Viele fragen sich nun sogar, ob die guten Zeiten für Kryptowährungen gänzlich vorbei sind und der Markt immer weiter an Boden verlieren wird. Ist diese Entwicklung nun tatsächlich das Aus für den Bullrun 2022 oder sogar das Ende von Krytowährungen?



Kurssturz im Mai - Die Ursachen

Auch wenn sich Kryptowährungen schon seit Längerem in einer schwierigen Phase befinden, so war der Kurssturz im Mai doch beachtlich. Allein Bitcoin verlor fast 30 % und das ausgehend von einem Niveau, das bereits deutlich unter den Kurshöchstständen lag. Im Unterschied zu den Vormonaten waren es dieses Mal jedoch nicht vordergründig die makroökonomischen Einflüsse, die die Kurse zum Fallen brachten, sondern Probleme innerhalb der Kryptowährungen selbst - genauer gesagt der Zusammenbruch des Altcoins Terra (LUNA). Innerhalb von wenigen Stunden stürzte der Stablecoin Terra UST ab. Dies darf bei Stablecoins aber normalerweise nicht passieren, da ihr Preis durch aktive oder automatische Preisbindungsmechanismen gesteuert wird, um die Bindung zu einer Währung mit möglichst geringen Abweichungen zu halten. Der Preis von Stablecoins ist also an einen Reservewert wie z. B. den US-Dollar gekoppelt. So auch im Falle des Stablecoins UST. Ein UST hat normalerweise immer den Gegenwert eines Dollars in LUNA, was durch ein komplexes Algorithmussystem erreicht wird. Der Coin LUNA dient dabei dazu, die Parität von UST zum Dollar zu garantieren, indem Arbitrageure die Möglichkeit haben, UST im Wert von einem Dollar zu "verbrennen" und LUNA im gleichen Wert zu erschaffen. Selbst wenn der Kurs des UST unter 1 Dollar fiel, hatten Anleger in der Vergangenheit daher immer noch die Möglichkeit, ihre UST über die LUNA-Blockchain in LUNA zu einem Gegenwert von 1 Dollar umzutauschen. Der UST hat im Mai jedoch seine Anbindung an den Dollar komplett verloren, was nur durch einen Abverkauf in extrem hohen Ausmaß in einer extrem illiquiden Marktphase möglich war. Um den Crash abzufedern, musste deshalb eine riesige Menge an LUNA-Coins erschaffen werden, was wiederum zu einer Art Hyperinflation, wie man sie bei Fiatwährungen auch kennt, führte. Außerdem wandelten viele Anleger ihre UST in LUNA um, um diese noch zu einem Wert von 1 Dollar verkaufen zu können. Diese Verkäufe drückten den LUNA-Kurs weiter nach unten. LUNA verzeichnete also einen sehr starken Werteverfall innerhalb kürzester Zeit. Auch der Versuch der Luna Foundation Guard, den Kurssturz des UST durch den Verkauf ihrer Bitcoin-Reserven auszugleichen scheiterte und führte wiederum zu einem Absturz des Bitcoin-Kurses. Der gesamte Kryptomarkt wurde auf diese Weise mit in die Abwärtsspirale gezogen. Unglaubliche 50 Milliarden US-Dollar wurden an nur einem Tag vernichtet. Branchenkenner vermuten hinter diesen Ereignissen sogar einen absichtlichen Angriff. Ob dem so ist, kann nicht zweifelsfrei bewiesen werden. In jedem Fall hatten diese Geschehnisse aber historische Ausmaße und Gegner der digitalen Währungen bestärkt.


Weiterhin schwieriges Marktumfeld

Auch unter normalen Umständen wäre dieser extreme Kurssturz wahrscheinlich nach diesen Ereignissen passiert. In einem positiven gesamtwirtschaftlichen Umfeld, hätte sich der Kryptomarkt jedoch vermutlich schneller wieder erholt. Diese Erholung blieb bisher aus, denn makroökonomische und geopolitische Krisen bestehen weiterhin und halten viele Anleger von neuen Investitionen ab. Die US-Inflationsdaten für April 2022 fielen mit 8,3 % noch höher aus als erwartet. Die erste Zinserhöhung hat also bislang noch keine Wirkung gezeigt, um die hohe Inflation in den Griff zu bekommen, was unter Umständen auch ein noch aggressiveres Vorgehen der Fed nach sich ziehen könnte. Und auch im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt ist bisher kein Zeichen einer Deeskalation in Sicht, was ebenso negative Auswirkungen auf die Märkte hat. Das gehandelte Volumen verdeutlicht, dass die Aktivität am Kryptomarkt auf einem sehr niedrigen Niveau ist. Viele warten gerade ab und hoffen auf positive News, die den Kursen wieder Auftrieb verleihen.


Wie geht es weiter?

Die Luna Foundation hat nun einen Rettungsplan für Terra (LUNA) vorgestellt. Demnach soll am 28. Mai eine neue Blockchain hochgefahren werden und sich Terra 2.0 vom Stablecoin UDT trennen und stattdessen auf DeFi-Anwendungen konzentrieren. Zudem ist ein Airdrop für geschädigte Investoren geplant. Die derzeitige Blockchain läuft derweil weiter, nun aber als Terra Classic (LUNC). Inwieweit Terra 2.0 Anlegern auch ohne UST einen Mehrwert bieten kann und die geplanten Maßnahmen das Vertrauen der Anleger zurückbringen, bleibt allerdings abzuwarten.

Doch auch der gesamte Kryptomarkt befindet sich in einer Schwächephase, die noch eine Zeit lang anzudauern scheint. Viele gehen sogar von einer längeren Bärenmarktphase aus. In jedem Fall ist es nicht unwahrscheinlich, dass in nächster Zeit noch tiefere Kurse verzeichnet werden. Sogar ein Rückgang auf 22.000,00 $ ist nicht auszuschließen. Insbesondere wenn Bitcoin die wichtige Unterstützung bei 28.000,00 $ nach unten durchbricht, könnte es sehr schnell rapide abwärts gehen. Bei etwa 22.000,00 $ verläuft dann jedoch der 200er Weekly Moving Average, der von Bitcoin bisher immer als Support genutzt wurde, um dann in eine Gegenbewegung zu starten. Auch wenn es unter Umständen auch einen kurzen Ausreißer unter diesen Support geben kann, ist davon auszugehen, dass sich Bitcoin nicht längerfristig unter dieses Niveau bewegt. In derartigen Schwächephasen sollten Anleger besonders vorsichtig bei Altcoins agieren, denn die Vergangenheit immer gezeigt, dass Altcoins in Bärenmarktphasen noch viel stärker abverkauft wurden als Bitcoin. Sollte es eine Trendumkehr geben, steckt aber gleichermaßen auch viel mehr Aufwärtspotential in Altcoins. Ob wir ins diesem Jahr noch eine solche Trendwende oder sogar den nächsten Bullrun sehen, hängt maßgeblich mit der Inflationsentwicklung und den Entscheidungen der Fed zusammen. Eine weiterhin hohe bzw. weiter steigende Inflation sowie eine straffere Geldpolitik würden sich in jedem Fall negativ auf den Kryptomarkt auswirken. Sollte die Inflation hingegen langsam zurückgehen oder die Fed wieder zurück zu einer lockeren Geldpolitik kehren, wären dies positive Impulse für die Märkte. In den nächsten Monaten scheint dies jedoch eher unwahrscheinlich, sodass ein längerfristiger Aufwärtstrend wohl frühestens im Herbst möglich ist. Investierte Anleger müssen sich also erst einmal weiterhin auf schwierige Zeiten für Bitcoin & Co. einstellen. Allerdings bieten sich in dieser Phase auch günstige Einstiegschancen, wovon Anleger beim nächsten Bullrun umso mehr profitieren können. Denn auch wenn es kurzfristig turbulent am Kryptomarkt bleiben kann, so bleiben wir langsfristig bullish gestimmt für die digitalen Währungen. Dennoch sollte nur Kapital investiert werden, welches man auch bereit ist, zu verlieren, und sich ausreichend über die einzelnen Projekte informiert werden.



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