Börsencrash - Was tun?
- Depot-Detektiv
- Aug 6, 2022
- 3 min read
Updated: Jan 14, 2023
Seit einiger Zeit geht es zum Leidwesen vieler Anleger turbulent an den Märkten zu. Viele Anlagen liegen schon jetzt deutlich unter ihren Höchstständen und scheinen nur noch eine Richtung zu kennen - nämlich abwärts. Doch auch ein weiterer Crash kann aufgrund der schwierigen makroökonomischen Situation nicht ausgeschlossen werden. Was können Anleger also in einer solchen Situation tun, um die Verluste möglichst gering zu halten oder sogar Profit in Krisenzeiten zu machen?

1. Nicht in Panik verfallen
Wenn die eigenen Anlagen plötzlich 30 % oder sogar noch mehr im Minus sind, sind viele Anleger schnell verunsichert und fragen sich, ob ihre Einstiegskurse jemals wieder erreicht werden oder es von nun an nur noch abwärts geht. Hier hilft es, sich vor Augen zu führen, dass es auch in der Vergangenheit immer wieder schwierige Marktphasen gab - manchmal brachen die Kurse von heute auf morgen ein, andere Male führten verschiedene Ereignisse zu einer längerfristigen Abwärtsspirale. Doch egal ob kurzfristiger Börsencrash oder längerfristiger Bärenmarkt, erholt haben sich die Märkte bisher immer und danach wieder neue Höchststände erreicht. Panik ist hier also kein guter Ratgeber und führt in den meisten fällen eher zu voreiligen Fehlentscheidungen.
2. Nicht im Minus verkaufen
Der größte Fehler, den insbesondere Anfänger in solchen Phasen häufig machen, ist es, sofort zu verkaufen, sobald der Kurs ins Minus rutscht. Sicher gab es auch immer einzelne Titel, die sich nach einem Crash nicht wieder erholen konnten. Es ist daher auch nur allzu verständlich, dass der Gedanke aufkommt, lieber noch einen Teil des investierten Kapitals durch Verkauf seiner Anteile zu retten, als alles zu verlieren. Grundsätzlich sollte die Entscheidung, in eine Aktie zu investieren, aber darauf basieren, dass man langfristig vom dahinterstehenden Unternehmen und Konzept überzeugt ist und dementsprechend auch in schlechten Zeiten nicht gleich das Handtuch wirft. Aktienkurse verlaufen niemals linear aufwärts, sodass von Anfang an auch mit Schwächephasen gerechnet werden muss. Statt sich also über kurzfristige Tiefs zu ärgern, sollte der Blick auf das langfristige Potential gerichtet werden. Es hilft auch, sich bewusst zu machen, dass es sich nur um eine Momentaufnahme und noch nicht um einen echten Verlust handelt. Erst wenn Positionen verkauft werden, wird daraus ein Buchverlust. Ohnehin sollte nur Kapital zum Investieren genutzt werden, welches man auch bereit wäre, zu verlieren. Das reduziert die Emotionalität, die in vielen Fällen zu derartigen Impulsentscheidungen führt.
3. Auf Value-Titel und krisensichere Bereiche setzen
Das Verlustrisiko kann reduziert werden, indem man sich vorwiegend auf Value-Titel und krisensichere Bereiche konzentriert. Value-Titel sind in der Regel stabiler als Growth-Titel, da die dahinterstehenden Unternehmen bereits über eine starke Marktposition und solide Finanzierungsstrategie verfügen. Auch in Zeiten sinkender Kurse bleibt der innere Unternehmenswert also stabil. Viele Investoren nutzen Krisenzeiten daher, um sich eine hohe Qualität zum günstigen Preis ins Depot zu legen. Außerdem ist der Börsenkurs bei Value-Titeln im Vergleich zu den Gewinnaussichten niedrig, sodass sie weniger anfällig reagieren als Growth-Titel, die schon viel Zukunftsvision in ihre höheren Kurs einpreisen, was ein größeres Verlustpotential birgt. Einige Branchen gelten dabei als besonders krisensicher. Dazu zählen insbesondere Lebensmittelkonzerne oder Hersteller von medizinischen Produkten, da deren Produkte auch in Krisenzeiten benötigt werden. Auch die Anlageklasse Gold gilt als krisensicheres Investment und Wertspeicher. Dementsprechend sind auch Goldaktien eine gute Wahl, um das eigene Depot krisensicherer zu gestalten.
4. Diversifikation
Ein weiterer Weg zur Risikominimierung lautet Diversifikation. Das betrifft zum einen die Anlageklassen selbst als auch die Zusammensetzung des Portfolios. Es ist niemals ratsam, sich nur auf eine Anlageklasse wie Aktien zu fokussieren und dabei sein ganzes Kapital nur in einen Titel zu stecken. Stattdessen sollten verschiedene Anlageklassen nach den Kriterien Sicherheit, Liquidität und Rentabilität ausgewählt und miteinander kombiniert werden (entsprechend dem Magischen Dreieck der Geldanlage). Neben Aktien, die in der Regel eine hohe Rentabilität aber geringere Sicherheit aufweisen, sollte also auch Kapital in Anlageklassen gelegt werden, die das Kriterium Sicherheit erfüllen, auf das in Krisenzeiten zurückgegriffen werden kann. Und auch das Aktienportfolio selbst sollte aus mehreren Titeln verschiedener Branchen bestehen, um das Risiko möglichst breit zu streuen. ETFs stellen hierbei eine sehr gute Möglichkeit dar, das eigene Portfolio zu diversifizieren und das Risiko auf viele Titel zu streuen.
5. Wissen ansammeln & Chancen ergreifen
Niedrigkursphasen sind aber nicht per se schlecht für Anleger, denn sie bieten Anlegern gleichermaßen auch zahlreiche Einstiegsmöglichkeiten, da viele Titel zu besonders günstigen Kursen gekauft werden können. In der Vergangenheit haben diejenigen besonders profitiert, die trotz der allgemeinen Verunsicherung mutig agiert haben, ganz nach dem Motto von Warren Buffett "Seien Sie gierig, wenn andere ängstlich sind.". Ein Börsencrash ist also gleichzeitig eine Chance - vorausgesetzt man ist ausreichend informiert und weiß, welche Werte eine Krise gut überstehen und langfristig rentabel sein werden. Krisenzeiten sollten also auch dafür genutzt werden, sich das nötige Wissen anzusammeln. Auch aus psychologischer Sicht sind Bärenmarktphasen dazu besonders gut geeignet, da man in dieser Zeit in der Regel nicht in Panik verfallen muss, etwas zu verpassen und sich nicht zu Impulsentscheidungen verleiten lässt.
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