Wasserstoff-Aktien - Kommt der nächste Hype?
- Depot-Detektiv
- Nov 14, 2021
- 4 min read
Updated: Mar 30, 2022
Klimaneutralität ist in aller Munde - einen Teil dazu beitragen könnte auch Wasserstoff als grüne Energie der Zukunft. Viele sehen darin unlängst einen Milliardenmarkt. Allerdings gibt es auch gegenteilige Meinungen. Ist Wasserstoff also wirklich die Lösung, wenn es um klimaneutrale Mobilität geht oder lediglich ein vorübergehender Hype, der sich nicht durchsetzen wird? Hier erfahren Sie, ob sich eine Investition in Wasserstoffaktien lohnt.

Was ist Wasserstoff?
Wasserstoff ist ein chemisches Element, welches aber in der Natur als reines Gas kaum vorkommt. Vielmehr finden wir es auf der Erde in Verbindung mit Sauerstoff in Form von Wasser. Daher ist es notwendig, den Wasserstoff aus dem Wasser abzuspalten, um das reine Gas zu erhalten. Dies geschieht mithilfe von Elektrolyse, also mittels Strom, der bestenfalls aus erneuerbaren Energien stammt (grüner Wasserstoff).
Wasserstoff als Energiespeicher
Ein entscheidender Vorteil von Wasserstoff ist, dass er in der Lage ist, Energie über einen längeren Zeitraum zu speichern. Damit könnte er zum Beispiel als Zwischenspeicher für Energie aus Solarzellen und Windrädern dienen und auf diese Weise den Transport dieser Energie erleichtern.
Wasserstoff in der Luftfahrt
In Zukunft könnte Wasserstoff auch als umweltschonendere Alternative zu Kerosin zum Einsatz kommen. Seit längerem beschäftigen sich große Flugzeughersteller mit diesem Thema. Airbus und Dornier haben sogar schon konkrete Pläne bekannt gegeben und wollen erste mit Wasserstoff betriebene Maschinen schon in 5-10 Jahren im Flugverkehr nutzen.
Wasserstoff als Treibstoff
Erste vielversprechende Projekte zum Thema Wasserstoff im Bereich Mobilität gab es bereits vor Jahrzehnten. So wurde der erste Wasserstoff-Antrieb bereits im Jahr 1990 genutzt. Zum Durchbruch verhalf es Wasserstoff jedoch nicht, sodass er in den Folgejahren eher unberücksichtigt blieb. Doch mit steigender Debatte über die Bekämpfung des Klimawandels stieg in letzter Zeit auch wieder das Interesse an Wasserstoff. Dieser würde als Treibstoff in einer Brennstoffzelle dienen, die wiederum den Strom für den Elektromotor eines Autos erzeugt. Damit steht Wasserstoff jedoch in direkter Konkurrenz zu batteriebetriebenen Elektoautos. Beide Technologien gelten als Hoffnungsträger im Bereich klimaneutrale Mobilität. Beide haben jedoch auch Schwächen. So werden für die Herstellung von Batterien von E-Autos Lithium und Kobalt abgebaut - zulasten der CO2-Bilanz. Zudem gibt es noch keine Lösung für die Entsorgungsproblematik der Batterien. Von Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen sind hingegen weniger energieeffizient. Einige Fachleute sehen daher den Nutzen von Wasserstoff eher bei LKWs oder Bussen, bei denen eine Batterie zu schwer werden könnte.
Wasserstoff - Was sagt die Politik?
Regierungen weltweit haben unlängst das Potential von Wasserstoff für eine grüne Zukunft erkannt. Kohle-, Öl- und Gasausstieg sind beschlossen und auch das Ende des herkömmlichen Verbrennermotors naht. Dafür müssen jedoch Alternativen geschaffen werden. Hier kann Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen. Deshalb hat sich die Bundesregierung bereits im Rahmen der "Nationalen Wasserstoffstrategie" zum Ziel gemacht, dass in Deutschland bis 2030 Erzeugungsanlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu fünf Gigawatt entstehen sollen. Diese Leistung ist vergleichbar mit der aller Offshore-Windanlagen an deutschen Küsten. Doch auch andere Länder planen in diese Richtung beziehungsweise setzen derartige Pläne bereits in die Tat um. So entsteht in Japan gerade die weltweit größte Produktionsanlage von grünem Wasserstoff. Toyota und Honda haben bereits ein Brennstoffzellenauto auf den Markt gebracht. Die größte Volkswirtschaft China plant bis 2030 mit etwa 1 Million Wasserstofffahrzeugen auf seinen Straßen, Südkorea mit 6,2 Millionen bis 2040.
Wasserstoff-Aktien
Viele Wasserstoff-Aktien haben von Mitte 2020 bis Anfang 2021 bereits fulminante Kursanstiege verzeichnet. Auf diese Hypephase folgte jedoch die Ernüchterung und viele Kurse halbierten sich wieder. Dies zeigt, dass zwar viel Hoffnung und Potential in Wasserstoff-Aktien liegt, das Risiko aber auch nicht zu verachten ist. Ob sich Wasserstoff in Zukunft wirklich durchsetzen wird, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Sollte dies aber der Fall sein, können Anleger durchaus eine sehr gute Rendite erzielen. Vor allem langfristig bieten Wasserstoff-Aktien also große Chancen, aber es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass das Thema kurzfristig einen erneuten Hype wie im letzten Jahr erfährt. Die folgenden Unternehmen zählen zu den führenden in der Wasserstoffbranche:
Ballard Power Systems
Als Weltmarktführer bei der Produktion von Brennstoffzellen ist das kanadische Unternehmen Ballard Power Systems eines der interessantesten. Das 1979 gegründete Unternehmen entwickelte bereits im Jahr 1983 seine Brennstoffzelltechnologie auf Wasserstoffbasis und brachte in der Folgezeit bereits einige Produkte auf den Markt. In Zukunft könnte Ballard Power Systems daher eine wichtige Rolle im Hinblick die klimaneutrale Mobilität von PKW, Bussen, Nutzfahrzeugen, Zügen oder Schiffen spielen. Neben dem Kerngeschäft entwickelt Ballard Power Systems erfolgreich auch andere Energieumwandlungssubsysteme. Eines davon, die NuCellSys GmbH, ist durch Übernahme heute eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Daimler AG.
Nel Asa
Nel Asa ist ein norwegisches Unternehmen mit Sitz in Oslo, welches weltweit operiert und sich auf die Herstellung, Speicherung und Verteilung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien spezialisiert. Nel Asa bedient Industrie-, Energie- und Gasunternehmen mit Wasserstofftechnologie. Auch die Herstellung von Wasserstofftankstellen und Elektrolyseuren gehören zum Leistungsspektrum von Nel Asa. Damit deckt das Unternehmen wichtige Teile der Wertschöpfungskette ab und bietet umfassende Lösungen rund um die Wasserstofftechnologie.
Plug Power
Plug Power ist ein US-amerikanisches Unternehmen, welches sich auf die Herstellung von Brennstoffzellen fokussiert hat. Erst kürzlich wurde das Unternehmen vom Finanzdienstleister DNB als "Early Mover" im Wasserstoffmarkt bezeichnet, da Plug Power nicht nur Wasserstoff an Kunden liefert, sondern auch Anlagen, die beispielsweise der Wasserstoffspeicherung dienen, konstruiert. Auf diese Weise deckt auch Plug Power nahezu die gesamte Wertschöpfungskette ab und zählt damit zu den aussichtsreichsten Kanditen, die vom Wasserstofftrend profitieren können.












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